Das Ida-Gebirge befindet sich im Zentrum der griechischen Mittelmeerinsel Kreta. Es entstand, wie alle weiteren Gebirgsmassive der Insel, durch die Auffaltung der ägäischen Platte im Erdmittelalter.

Das Ida-Gebirge auf Kreta

Nordöstlich des Gebirges an der Küste befindet sich die Inselhauptstadt, Iraklion. Im Nordwesten liegt mit Rethymno eine weitere große Stadt Kretas. Demzufolge ist das Gebiet Idas auf die Präfekturen beider Städte aufgeteilt, wobei der größere Anteil Rethymno zukommt.

Kreta und seine Berge

Aufgrund seiner plattentektonischen Entstehungsgeschichte besitzt Kreta zahlreiche Berge, die höher als 2.000 Meter sind. Mit 2.456 Metern ist Psiloritis der höchste Berg im Ida-Massiv und auf der ganzen Insel. Vier weitere Gipfel, die 2.200 Meter überragen, umgeben den Timios Stavros, der ein weiterer Name für Kretas höchsten Berg ist. Diese Bezeichnung basiert auf der gleichnamigen Gipfelkapelle und bedeutet im Deutschen “Ehrwürdiges Kreuz”. In dieser Kapelle treffen sich am 14. September jeden Jahres zahlreiche Pilger, um den Heilig-Kreuz-Tag gemeinsam zu zelebrieren. Dabei besteigen sie am Vortag den Berg und übernachten in Gipfelnähe.

Das Ida-Gebirge: Schauplatz der griechischen Mythologie

Neben der christlichen Religion stellt das Ida-Gebirge einen Schauplatz der griechischen Mythologie dar. Rhea, die Mutter Zeus’, flüchtete demnach auf Kreta, um ihr erwartetes Kind vor dessen machtgierigem Vater Kronos zu schützen. Dieser verschlang aus Furcht, seine Kinder könnten ihn um seine Herrscherposition berauben, alle seine Nachkommen. Zeus kam der Überlieferung zufolge in der 15 Fußminuten vom Nida-Plateau entfernten Höhle Idaion Antron zur Welt.

Das Nida-Plateau

Das Nida-Plateau ist eine flache Hochebene 1.400 Meter über dem Meeresniveau. Es beherbergt zahlreiche Schafs-und Ziegenalmen. Lediglich aus Stein gebaute Hütten dienen den Tieren als Schutzmöglichkeit und deren Besitzern als Ort der Herstellung und Lagerung von Käse. Besonders attraktiv ist das Plateau durch sein grünes Grasland und die im Kontrast dazu stehende felsig-karge Umgebung. Somit suchen viele Wanderer diese Gegend auf. Von der nahe gelegenen Gemeinde Agonia aus führt die einzige geteerte Straße ins Nida-Gebiet. Hier befindet sich der Startpunkt der einfachsten Route zum Gipfel des Psiloritis. Wanderer, die diese Route wählen, erreichen abhängig von ihrer körperlichen Verfassung in rund drei Stunden den Gipfel.

Kühle Witterung mit Schneefällen trotz mediterranen Klimas

Trotz der südlichen Lage Kretas und dem daraus folgendem mediterranen Klima fällt im Winter im Ida-Gebirge regelmäßig Schnee. Dieser bleibt in Gipfelregionen bis Anfang Juni liegen. Aufgrund des kühlen Klimas sind hoch gelegene Gebiete in der Ida-Region nicht permanent besiedelt. Dennoch entdeckten Forscher in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts die bronzezeitliche Siedlung Zominthos auf 1.187 Meter Höhe. Dieser Fund stellt die heutige Wissenschaft vor noch unbeantwortete Fragen zum damaligen Klima Kretas.